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Küche mit System

Kühlschrank sinnvoll einräumen

Ein übersichtlicher Kühlschrank hält empfindliche Produkte kalt, trennt rohe von verzehrfertigen Lebensmitteln und macht Vorräte sichtbar.

Von Augustin Fouché · veröffentlicht und redaktionell geprüft: 20. September 2026

Temperatur messen statt vermuten

Belegte Einordnung

Leicht verderbliche Lebensmittel sollen nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung gekühlt werden. Als Bereich nennt das BfR zwei bis höchstens sieben Grad Celsius. Die Einstellung am Drehregler zeigt jedoch nicht zuverlässig die tatsächliche Temperatur. Ein Kühlschrankthermometer wird deshalb an einer repräsentativen Stelle platziert und zu verschiedenen Tageszeiten abgelesen. Nach dem Einräumen großer Einkäufe braucht das Gerät Zeit, um wieder abzukühlen. Warme Speisen, häufiges Türöffnen und eine beschädigte Dichtung können die Bedingungen verändern. Herstellerangaben des Geräts und der Lebensmittel bleiben maßgeblich. Werden die vorgesehenen Temperaturen nicht erreicht, wird die Ursache geklärt, statt empfindliche Ware vorsorglich weiter zu lagern.

Beleggrundlage: Korrektes Kühlen

Rohe Ware von verzehrfertigen Speisen trennen

Belegte Einordnung

Rohes Fleisch, Geflügel oder Fisch kann Flüssigkeit verlieren und darf andere Lebensmittel nicht verunreinigen. Das BfR empfiehlt, rohe und gegarte beziehungsweise direkt verzehrfertige Produkte getrennt zu behandeln. Im Kühlschrank stehen dichte Behälter mit roher Ware daher so, dass nichts auf Salat, Käse oder fertige Speisen tropfen kann. Bereits geöffnete Produkte werden abgedeckt. Die Originalverpackung bleibt erhalten, wenn dort wichtige Lager- oder Verbrauchshinweise stehen. Ein sauberes Fach allein verhindert keine Kreuzkontamination, wenn Verpackungen außen verschmutzt sind oder dieselben Hände nacheinander alle Griffe berühren. Beim Einräumen zählt deshalb sowohl die Position als auch eine hygienische Arbeitsfolge.

Beleggrundlage: Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt

Zonen des eigenen Geräts kennenlernen

Redaktioneller Arbeitsschritt

Nicht jeder Kühlschrank hat dieselbe Temperaturverteilung. Fachanordnung, Umlufttechnik und Herstellerkonzept unterscheiden sich. Statt eine allgemeine Internetgrafik blind zu übernehmen, wird die Bedienungsanleitung gelesen und mit mehreren Thermometermessungen abgeglichen. Empfindliche Produkte kommen in die vom Hersteller dafür vorgesehene kalte Zone. Die Tür eignet sich eher für weniger temperaturempfindliche Waren, sofern deren Verpackungshinweis das zulässt. Gemüsefächer werden nicht so voll gestopft, dass Produkte zerdrückt und vergessen werden. Lüftungsöffnungen bleiben frei. Wer eine Ordnung nach Kategorien nutzt, beschriftet Körbe so, dass die Luftzirkulation nicht behindert wird. Entscheidend ist eine nachvollziehbare, gerätespezifische Anordnung und keine universelle Regalregel.

Neu nach hinten, bald fällig nach vorn

Redaktioneller Arbeitsschritt

Nach jedem Einkauf werden vorhandene Packungen kurz geprüft. Was zuerst verbraucht werden soll, steht gut sichtbar vorn; neuere Ware kommt dahinter. Dieses Prinzip gilt nur innerhalb vergleichbarer Produkte und nie gegen ein Verbrauchsdatum oder eine beschädigte Verpackung. Reste erhalten Inhalt und Datum, damit niemand rätseln muss. Große Behälter werden möglichst passend portioniert, ohne Lebensmittel unnötig oft umzufüllen. Eine kleine „zuerst verwenden“-Zone kann angebrochene oder bald einzuplanende Produkte bündeln. Sie bleibt bewusst klein, sonst verliert sie ihre Funktion. Der Überblick reduziert Doppelkäufe und macht die nächste Mahlzeitenplanung einfacher, ohne aus jedem Kühlschrank eine aufwendige Lagerverwaltung zu machen.

Nicht überfüllen und Türzeiten verkürzen

Redaktioneller Arbeitsschritt

Ein voller Kühlschrank kann übersichtlich sein, ein überladener nicht. Wenn Packungen Lüftungsschlitze verdecken, Türen nicht sauber schließen oder hintere Bereiche unerreichbar werden, ist die Menge zu groß. Eine einfache Einkaufsliste mit kurzem Bestandsblick verhindert zusätzliche Doppelkäufe. Häufig genutzte Produkte stehen dort, wo sie mit einem Griff erreichbar sind. Entscheidungen über die nächste Mahlzeit werden möglichst vor dem Öffnen getroffen. Gleichzeitig ist es nicht nötig, die Tür hektisch zuzuschlagen; ein geordneter Zugriff ist wichtiger als Aktionismus. Nach einem Stromausfall oder einer längeren Störung wird die Sicherheit empfindlicher Lebensmittel anhand verlässlicher Empfehlungen beurteilt, nicht allein nach Aussehen oder Geruch.

Reinigung abschnittsweise planen

Redaktioneller Arbeitsschritt

Ausgelaufene Flüssigkeit wird sofort entfernt, bevor sie weitere Verpackungen erreicht. Für die regelmäßige Reinigung genügt ein Fach nach dem anderen: Lebensmittel in einer geeigneten Zwischenkühlung sichern, herausnehmbare Teile nach Herstellerhinweis reinigen, trocknen und wieder einsetzen. Aggressive oder stark duftende Mittel werden nicht beliebig im Lebensmittelbereich verwendet. Bei Schimmel, ungewöhnlichem Geruch oder technischen Problemen wird die Ursache gesucht; bloßes Überdecken hilft nicht. Ein monatlicher Termin kann als Erinnerung dienen, ersetzt aber die sofortige Reaktion auf Verschmutzung. Nach dem Einräumen werden Dichtung und Türschluss geprüft. So bleibt die Ordnung mit Hygiene, Temperaturkontrolle und tatsächlichem Verbrauch verbunden.

Quellen und Prüfstand

  1. Korrektes Kühlen — Bundesinstitut für Risikobewertung, geprüft am 20. September 2026.
  2. Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt — Bundesinstitut für Risikobewertung, geprüft am 20. September 2026.

Die Hinweise sind allgemeine Orientierung. Bei Gesundheits-, Sicherheits-, Rechts- oder Schadensfragen ist fachkundige Hilfe erforderlich.

Im Zusammenhang weiterlesen

  • Lebensmittelreste sicher abkühlen — Reste werden in saubere, flache Portionen verteilt und ohne unnötige Verzögerung in eine funktionierende Kühlung gebracht.
  • Vorräte nach Verbrauch ordnen — Eine kleine Erstverbrauchszone und klare Kategorien verhindern, dass ältere Packungen hinter neuen Einkäufen verschwinden.
  • Küchentücher rechtzeitig wechseln — Getrennte Tücher für Hände, Geschirr und Reinigung sowie ein sichtbarer Wechselbehälter verhindern problematische Mehrfachnutzung.